Altenzaun 1806 — … mit dem Mut der Verzweiflung.
»Mehr als ein König ist untergegangen, weil er den Krieg liebte; ich werde untergehen, weil ich den Frieden liebe.«
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (*3. August 1770 in Potsdam; †7. Juni 1840 in Berlin)
Ein knappes Jahr nach dem Triumph Napoléons bei Austerlitz (2. Dezember 1805) siegte der Kaiser der Franzosen am 14. Oktober 1806 über die Preußen in einer Doppelschlacht. Bei AUERSTEDT wurden 54.000 Preußen durch 26.000 Franzosen geschlagen. Bei JENA triumphierte Bonaparte mit 56.000 Mann über 50.000 Preußen. Der erzwungene Rückzug der Preußen ging in eine panikartige Flucht über.
Selten in der Militärgeschichte ist eine Armee so jämmerlich zusammengebrochen wie die preußische damals. Schon am Tage nach Jena kapitulierte ERFURT. Eine Woche darauf fiel die Festung SPANDAU, am 29. Oktober STETTIN, am 8. November MAGDEBURG.
Clausewitz spricht von der natürlichen Schwäche und wahren Schamlosigkeit so mancher Kommandanten.
Vergl. Clausewitz »Preußen in seiner großen Katastrophe«, Karolinger 2001, S. 159
In den Oktobertagen dieses Jahres starb die historische Legende von der Unbesiegbarkeit der preußischen Armee, so wie die Geschichte, die sich –anlehnend an den »Alten Fritz« – weben konnte. Eine der Ursachen für die folgenschwere Niederlage der Preußen bei Jena und Auerstedt in diesem Jahr war wohl – neben anderen, über die noch zu reden sein wird – der innere Zustand der damaligen preußischen Truppen.
Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen (*28. Februar 1833 in Berlin; †4. Januar 1913) beurteilte in seinen Schriften das wie folgt:
[…] Den Soldaten war stets eingeschärft worden, daß sie unüberwindlich seien. Wenn sie nur das genau ausführen würden, was auf dem Exerzierplatz eingeübt wurde, sollte ihnen der Sieg gewiß sein. Mit freudiger Zuversicht waren sie in die Schlacht gegangen. Ebenso wie bei einer Revue mit wunderbarer Genauigkeit aller Bewegungen waren sie avanciert, tadellos waren die Salven abgegeben. Ein unsichtbarer Feind hatte sie jedoch mit Infanteriefeuer und Kartätschlagen überschüttet. Stundenlang hatten sie die immer steigenden Verluste ertragen, unerschüttert hatte die Linie gestanden. Die Lücken, welche die feindlichen Geschosse gerissen, wurden aus dem 2. und 3. Glied ausgefüllt. Da, die Munition ging schon zu Ende, drangen die feindlichen Massen, eine furchtbare Überlegenheit, vor. Die weit überragenden Flügel drohten die Flanken zu erdrücken, bis in den Rücken vorzukommen. Nun wandte sich ein Bataillon nach dem anderen. Gegen diesen Feind war nichts zu machen. Nichts von dem, was die Offiziere gesagt hatten, war zugetroffen. Das Vertrauen zu den Führern, zu sich selbst war dahin. Es blieb nichts übrig, als das Leben zu retten. In dieser Stimmung wurde der Rückzug angetreten.[…]
Vergleiche: Generalfeldmarschall Graf Alfred von Schlieffen, Gesammelte Schriften, Bln 1913, Bd 2, S. 189
Der Preußische König Friedrich Wilhelm III. (*3. August 1770; †7. Juni 1840) wird gezwungen sein, mit dem Ortelburger Publicandum vom 1. Dezember 1806 – […] wegen Abstellung verschiedener Mißbräuche bei der Armee […] – insbesondere über das damalige Offizierkorps und die Generalität Gericht zu halten.
Mit einer satten Selbstüberschätzung der überalterten preußischen Generalität, gepaart mit Überheblichkeit einiger jüngerer Offiziere – die ihre Degen auf den Stufen der französischen Gesandschaft wetzten – zogen rund 100.000 Mann gegen Napoléon. Der König höchstselbst – mit flauem Gefühl im Magen zwar – führte die friderizianischen Legenden wie den 71-jährigen Generalfeldmarschall Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg, sowie den 82-jährigen Helden von Leuthen, den Grafen von Möllendorf, den Franzosen entgegen.
Die Preußen erlitten eine katastrophale Niederlage, in der die eigenen Verluste die Zahl von 24.000 an Toten und Verwundeten wohl überstiegen. Die Zahl der Deserteure noch nicht mal eingerechnet, damit die Verluste der Franzosen sicher um das Dreifache übersteigend. 20 preußische Generale waren gefallen, verwundet oder gefangen. Es folgte eine chaotische Auflösung der Truppen nach einer strategische Fehlleistung als Resultat der Unterschätzung der napoléonischen Fähigkeit und deren neuartigen Kriegsführung. Die Franzosen marschierten wesentlich schneller – bis acht Meilen am Tag – als die Preußen, führten das zerstreute Gefecht gegen die gegnerischen Linien, massierten punktuell das Feuer der Artillerie und stießen dann mit ihren Angriffskolonnen in die Tiefe der preußischen Linien. Sie zertrümmerten so den taktischen und operativen Aufbau ihres Gegners.
Gneisenau (*27. Oktober 1760; †23. August 1831) erinnerte sich in einem Brief vom 31 März 1807 an seine Brieffreundin, Frau von Trützschler:
[…] Bei Saalfeld bekam ich einen Schuß ans Bein. … Ich machte meinen Rückzug hinkend. Bei Jena focht ich zu Pferde und stellte noch letzte Truppen aus, aber zuletzt lief ich mit den anderen davon, in guter Gesellschaft mit Fürsten und Prinzen. Bei Nordhausen focht ich wieder und schlich mich am Ende durch den Harz, abgeschnitten von allen, kam aber am Ende zu den übrigen Davongelaufenen. Das war ein Greuel! Tausendmal lieber sterben, als als dies wieder. erleben. […]
Vergleiche: Gneisenau »Ein Leben in Briefen«, Griwank, Koehler & Amelang/Leipzig, S. 58
Am 27. Oktober geriet der Stabskapitän Carl von Clausewitz (*1.Juli 1780; †16. November 1831) als Adjutant des Prinzen August von Preußen (*19. September 1779; †19. Juli 1843) in Rückzugsgefechten bei Prenzlau in Gefangenschaft, nachdem das Neuruppiner Grenadierbataillon, geführt vom Prinzen August, aufopferungsvoll und standhaft gekämpft hatte. Ab Dezember 1806 wurde Prinz August mit seinem Adjutanten in Frankreich interniert. Clausewitz fasst später den wesentlichen Kern der tragischen Ereignisse des 14.Oktober1806 in seinen historischen Briefen über die Ereignisse der damaligen Katastrophe in einer Quintessenz zusammen.
Die Schlacht am 14. Okt. 1806 sowie das Unvermögen der preußischen Führung, einen geordneten Rückzug und ein Lösen vom Gegner durchzuführen, um eine standhafte Verteidigung zu organisieren, beurteilt C. v. Clausewitz bereits zwei Monate nach Jena und Auerstedt in Briefen an »Minerva«.
Minerva. Ein Journal historischen und politischen Inhalts/Archenholz, Hamburg 1807
[…] Man wollte es vermeiden, sich mit geschlagenen Truppen von neuem in ein Gefecht einzulassen; daher die starken Märsche, daher die Umwege. Dies mußte ins Verderben führen. Möglich war die Rettung bloß durch die entgegengesetzten Mittel: wenn man nach einem, höchsten zwei Märschen die Armee wieder sammelte, und mit dem wenigen, was man gesammelt hatte, sich den geraden Weg da bahnte, wo man Widerstand fand. Dazu gehört nichts, als der Mut der Verzweiflung. … e r w a r e s a l l e i n der dem Feldherrn hier übrig blieb, und für außerordentliche Fälle gehören außerordentliche Entschlüsse. […]
Vergl: Carl von Clausewitz über die großen Kriegsereignisse im Oktober 1806, Niemeyer, Dümmler, S. 60
In seinem Werk »Vom Kriege«, im Dritten Buch, Kap. 6, kommt Clausewitz auf dieses Thema zurück.
Scharnhorst (*12. November 1755; †28. Juni 1813), Teilnehmer dieser unglücklichen Kampagnen, war Generalstabsschef des Herzogs von Braunschweig, der gleich zu Beginn der Kämpfe schwer verwundet wurde. Er selbst – auch lädiert — berichtete in Briefen vom 16. und 18. Oktober an seine Tochter über hohe Verluste der Truppen bei AUERSTEDT.
[…]… die ganze Front in einer Breite von 12 Bataillonen und die Tiefe von 300 Schritt war mit toten Körpern ganz dicht besäet , Kanonen, Kadavern von Pferden, Gewehre u. s. w. alles ein durchs ander. … Wir haben sehr viele Gebliebene und Verwundete. …
Wir haben keinen kommandierenden General, der nicht verwundet wäre; der Herzog von Rüchel sehr gefährlich. Die älteren Generale, welche in der Linie Stand hielten, haben fast alle was gegriegt. Die Brüder des Königs, Wilhelm und Heinrich, schwer verwundet; General Sanitz, Schimonsky und Schack tot, mehrere vermißt, die auch vielleicht tot.
Wir haben uns brav genung, aber nicht klug genug geschlagen.[…]
Vergl. »Scharnhorsts Briefe«, erster Band, Linnebach, 1914, bei Müller, S. 287 bis 289
Scharnhorst stieß im Verlaufe des Rückzuges der preußischen Truppen zu General Blücher (*1742; †12.1819), den er als Stabschef bis nach Lübeck begleitete. Sein Weg dahin führte ihn zuvor bei SANDAU über die Elbe.
Nach Abbruch der Gefechte am Abend des 14. Oktober streben die geschlagenen und demoralisierten Preußen auf verschiedenen Wegen der stärksten Festung Preußens – nach MAGDEBURG – zu. Hoffend auf Konsolidierung der Truppen, was nicht gelang. Die Hauptkräfte mit dem König Friedrich Wilhelm III. unter Hohenlohe-Ingelfingen bewegten sich aus dem Raum WEIMAR — AUERSTEDT nach Norden über SÖMMERDA, SONDERSHAUSEN und NORDHAUSEN. Dabei löste sich der König von der Truppe, um sich selber in Sicherheit zu bringen. Die Truppen querten den Harz über Neustadt, weiter nach Halberstadt in Richtung MAGDEBURG. Die Fliehenden erreichten die Festung zwischen dem 18. und 20. Oktober mit etwa 30.000 Mann. Die Stadt konnte diese Truppen weder aufnehmen noch versorgen. Da Marschall Louis-Nicolas Davout bei WITTENBERG zwischenzeitlich die Elbe südlich-östlich von MAGDEBURG forciert hatte, konnte Napoléon die Zugänge nach BERLIN blockieren. Bereits wenige Tage später, am 25. Oktober, rückte Davout in BERLIN ein, gefolgt von Napoleon am 27. Oktober.
Damit blieb nur der Weg durch die Uckermark nach PRENZLAU und weiter nach STETTIN. Dort kam es am 28. Oktober 1806 bei PRENZLAU zu Gefechten, die Hohenlohe erfolglos führt und kapitulierte. Einen Tag später fiel die Festung Stettin.
Ein Korps der preußischen Armee – mit 22.000 Mann – unter dem Herzog Carl August von Sachsen Weimar handelte vor dem 14. Oktober, detachiert von den Hauptkräften, um Streifzüge im mittleren Maingebiet durchzuführen. Diese Aktion war sinnlos, ohne operativen Wert und zeugte vom Unvermögen der preußischen Heerführung, die Entwicklung auf dem Kriegstheater einzuschätzen. Glück oder Unglück? Jedenfalls fehlten diese Truppen am 14. Oktober auf den Gefechtsfeldern bei JENA und AUERSTEDT.
Der Herzog von Braunschweig hatte zwar Carl August angesichts der drohenden Lage zurück beordert, mit einer mäßigen Marschleistung traf dieser jedoch erst am 15. Oktober im Raum ARNSTADT ein. Hier nahm er den desaströsen Ausgang der Bataille zur Kenntnis. Herzog Carl August fasste in dieser Lage einen klugen Entschluss, der für den Fortgang der Kampagne wesentlich war. Er trat über GOTHA, LANGENSALZA, MÜHLHAUSEN, OSTERRODE den Rückzug an, ohne sich in die allgemeine Flucht verwickeln zu lassen.
Das Weimarsche Korps bezog in WOLFENBÜTTEL ein vorübergehendes Hauptquartier, zu dem auch Blücher stieß. Yorck (*1759, †1830) erschien nicht im Generalstab. Der alte Knurrhahn vermied es, mit dem Heißsporn Blücher zusammenzutreffen, zu groß waren schon damals die unterschiedlichen Charaktereigenschaften und Ansichten, den Kampf betreffend.
Der Generalleutnant Blücher führte die Kavallerie der Nachhut und hatte am 17. Oktober auf Vorschlag Scharnhorsts die schwere Artillerie übernommen.
Scharnhorst schrieb aus LEERE am 20. Oktober an den Oberst von Kleist:
[…] Ew Hochwohlgeboren zeige ich hierdurch an, daß ich mit der Kolonne, welche um den Harz gehen mußte, weil die schwere Artillerie nicht über den selben gehen konnte, geblieben bin, um wo möglich alles beizutragen, die Artillerie, an der es uns jetzt mangelt, zu retten. Der General von Blücher erbot sich auf meine Vorstellung bei dieser Artillerie zu bleiben, er hatte nur noch wenige Truppen. Durch viele und große Anstrengung sind wir jetzt auf 11/2 Meile diesseits Braunschweig gekommen. … N.S. Ich habe mein Pferd in der Schlacht verloren und eine Wunde in der linken Seite erhalten, die nicht bedeutend ist, mir aber dennoch sehr beschwerlich wird. […]
Vergl. »Scharnhorsts Briefe«, erster Band, Linnebach, 1914, bei Müller, S. 289 bis 290
Das waren 32 Geschütze, zumeist 8- oder 12-Pfünder sowie schwere Haubitzen und einige hundert Pferde der Bespannung, Munitionsfahrzeuge, Kartuschwagen, Leiterwagen Feldschmieden und Reservelafetten, die nur sehr schwer über den Harz hätten geführt werden können. Daher wählte der General einen Weg nördlich des Harzes über OSTERODE und WOLFENBÜTTEL, gelangte so nach einer logistischen Glanzleistung in acht Tagen an die Elbe, wo er zwischen dem 17. und 24. Oktober bei SANDAU über die Elbe setzen konnte. Bis dahin legte er mit glänzender Unterstützung der Generalstabsoffiziere Thiele und Boyen – die als Vorkommando handelten – etwa 340 km zurück. Thiele (*1784; †1861) und Boyen (*1771; †1848) werden später in den Befreiungskriegen und danach noch hervorragend in Erscheinung treten.
Vergl: »C. v. Clausewitz historische Briefe über die großen Kriegsereignisse im Oktober 1806«, Niemeyer, Dümmler, dritter Brief, S. 54 bis 63
Es zeigte sich, dass die Truppen des Herzogs von Weimar, zusammen mit der von Blücher geführten Artillerie, sich in dieser komplizierten Lage zur Créme de la Créme entwickeln konnten. Mit dem Entschluss, sich dem gefährlichen Strudel der Flucht – der Hauptkräfte – zu entziehen, war man in der Lage, große Teile der Truppen, Bewaffnung und Ausrüstung Preußens zunächst zu retten. Das stellte angesichts der kapitalen Ereignisse vom 14. Oktober eine Art Sternstunde dar. Das noch folgende Gefecht bei Altenzaun, wo vor allem Jägertruppen mit ihrer Art der Gefechstführung den Rückzug des Herzogs von Weimar mit Blücher erfolgreich sicherten, war eine taktische Glanzleistung.
Die vorhandene Karte aus Clausewitz´ historischen Briefen, über die großen Kriegsereignisse im Oktober 1806, erscheint hier nachfolgend, vom Autor grob überarbeitet:

Wir sehen in dieser Lage einen später bedeutend werdenden preußischen Offizier. Johann David Ludwig von Yorck, der die Leichten Truppen des Herzogs mit sechs Jägerkompanien und drei Füsilierbataillonen führte. Bemerkenswert war die erfolgreiche Deckung des Übersetzens der Preußen über die Elbe bei SANDAU. Yorck war mit der Führung der Arrieregarde ab dem 21. Oktober beauftragt und handelte in Richtung STENDAL. Immer bestand damals die Gefahr, dass das starke Soultsche Korps die Preußen stellen oder überflügeln konnte.

Blücher brach – einen Tag vor dem Weimarschen Korps – von WOLFENBÜTTEL aus in Richtung STENDAL auf. Der Marsch ging über den DRÖMLING durch die COLBITZ-LETZLINGER HEIDE. Die durchschnittene Gegend um GARDELEGEN bot für die Yorckschen Jäger ein vorzügliches Terrain für eine gedeckte Bewegung abseits der französischen Verfolger. Blücher selber konnte am 24. Oktober noch unbemerkt von Soult mit 14 Fährboten gegenüber des Städtchens SANDAU, südlich HAVELBERG, die Elbe mit der gesamten Artillerie überqueren. Am folgenden Tag änderte sich die Lage, die Franzosen nahten. Noch in der Nacht zum 25. setzte sich das Weimarsche Korps eilig von Stendal aus nach SANDAU in Bewegung, um wie Blücher die Elbe zu queren. Als Schlüsselstellung entwickelte sich ALTENZAUN.
[…] Altenzaun ist ein Dorf etwa 5 km oberhalb der Fährstelle von Sandau. Es liegt auf der Senkung des hügligen Geländes, das rechts die Uferwiesen der Elbe hat und wenige hundert Schritt nordwärts von dem Dorfe sich gegen eine weite, mit Alleen, Gräben und Gebüschen durchschnittene Ebene absetzt. Am nördlichen Rande dieser Höhen fließt ein Graben, der Geestgraben, aus einem Teich, dem Münzsee, westwärts hinab, an der Polkritzer Kirche vorüber, bei der jenes Hügelland in Waldstrecken übergeht. Diese Ebene wird von den Uferwiesen der Elbe durch den Elbdamm getrennt, der, bei Altenzaun an die Höhe ansetzend, an dem Dorfe Osterholz und weiter dem Dorfe Rosenholz hart vorüberzieht. Die Landstraße nach Sandau führt von Altenzaun nordwestlich über das hügelige Gelände zu dem Geestgraben hinab und dann 800 Meter weiter über einen zweiten Graben (Straßengraben) bei Zackenkrug über die Ebene nach Rosenhof. […]
Vergl. »Yorck von Wartenburg«, Ein Leben preußischer Pflichterfüllung, Droysen, Vollmer Verlag, Phaidon Essen, S. 62
Der militärisch gebildete Leser wird unschwer erkennen, dass das Gelände günstige Bedingungen bot, in dem Yorck mit seinen Jägerkompanien agieren konnte. Hier war es möglich, in der zerstreuten Gefechtsordnung Manöver durchzuführen. Wald und Heckenreihen boten Deckung und gestatten eine wirksame Feuerführung. Gräben und Wasserläufe ließen eine Umfassung durch Kavallerie schwer bis gar nicht zu. Die bescheidene Artillerie, die Yorck zur Verfügung hatte, konnte entlang von Sichtachsen im direkten Schuss wirksam Feuer führen. Der taktische Vorteil lag bei den von Yorck geführten leichten Truppen.



